Herausforderungen für den Frieden

Im November 2025 veröffentlichte die EKD eine neue Friedensdenkschrift. Neben bekannten Kontroversen nennt die Denkschrift Herausforderungen, die bisher wenig diskutiert wurden: „hybride Kriegsführung“, „digitale Desinformation“, „eskalierende Folgen der Klimakrise“, „(autoritäre) Angriffe auf die Demokratie“, um ein paar zu nennen. Aber was versteht man jeweils darunter? Und woran kann ein normaler Mensch merken, dass das passiert? Was muss ich dazu wissen? Und wie kann/sollte ich damit umgehen? Gibt es auch Hoffnung? Die zivile Konfliktbearbeitung wird in der Denkschrift wohl erwähnt, aber nicht näher ausgeführt. Was fällt darunter und welche Möglichkeiten für Frieden bietet sie?

In einer Webinar-Reihe erklären Fachexpert*innen die genannten Themen und stehen für Rückfragen zur Verfügung. Der jeweilige Abend endet mit einem kurzen geistlichen Impuls.

 

Termine:

08.09.2026, 19:00 Uhr – 21:00 Uhr: „Eskalierende Folgen der Klimakrise“

Referent: Hans Haake, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Wuppertal Institut, Wuppertal. Geistlicher Impuls: Frauke Laaser, Dezernentin für Ökumene, Düsseldorf

17.09.2026, 19:00 Uhr – 21:00 Uhr: „(Autoritäre) Angriffe auf Demokratien“

Referent: Prof. em. Dr. David M. Elcott, Columbia University Center for Justice, New York. Geistlicher Impuls: Dr. Martin Engels, Beauftragter der ev. Kirchen bei der Landesregierung in NRW

22.09.2026, 19:00-21:00 Uhr: „Digitale Desinformation“

Referent: Maik Fielitz, Leiter der Forschung zu digitalen Konflikten am Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft in Jena. Geistlicher Impuls: Ralf Peter Reimann, Geschäftsführer der World Association of Christian Communication (European Region), Düsseldorf

28.09.2026, 19:00-21:00 Uhr: „Zivile Konfliktbearbeitung“

Referentin: Anthea Bethge, Leitung des Mennonitischen Friedenszentrums Berlin. Geistlicher Impuls: Maria Schiffels, Friedensbeauftragte der Ev.-luth. Kirche Sachsen

29.09.2026, 19:00-21:00 Uhr: „Hybride Bedrohungen/Aktivitäten/Kriegsführung – wann ist Krieg eigentlich Krieg im 21. Jahrhundert“

Referent: Oberst i.G. Sönke Marahrens, Zentrum Digitalisierung der Bundeswehr und Fähigkeitsentwicklung CIR. Geistlicher Impuls: Martin Söffing, Militärdekan (angefragt)

 

Sie können sowohl an allen als auch an bestimmten Themenabenden teilnehmen. Die Zugangslinks zu den Themenabenden werden Ihnen mit gesonderter E-Mail nach erfolgreicher Anmeldung zugesandt.

 

 

 

Workshops
Veranstaltung am 08.09.2026
Kategorie Workshop, Typ: virtuell, Veranstaltungsort:

Zoom: Link folgt nach Anmeldung.

Titel Eskalierende Folgen der Klimakrise
Beschränkungen Bis zu 40 Teilnehmende
Kategorie Workshop
Typ virtuell
Veranstaltungsort

Zoom: Link folgt nach Anmeldung.

Details

Die Krisen unserer Zeit verschärfen sich. Aktuell verdrängen Kriege und Wirtschaftskrisen sogar den Klimawandel oder den Verlust von Biodiversität aus dem öffentlichen Bewusstsein. Dabei hängt alles zusammen: Unsere Abhängigkeit von fossilen Energien ermöglicht Russland die Finanzierung des Angriffskriegs auf die Ukraine, macht den aktuellen Krieg um die freie Fahrt in der Straße von Hormus zu einer besonderen Bedrohung. Trotzdem werden Einschränkungen im Konsum vermieden. Was haben das Klima, seine Veränderungen und deren Folgen mit Frieden und unserem Umgang miteinander zu tun? Eine Studie des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung belegt einen Zusammenhang von zunehmender Hitze und mehr Hasskommentaren im Internet. Studien aus Südafrika und den USA belegen sogar den Zusammenhang von steigenden Außentemperaturen und höherer Mordrate. Doch die globale Erderwärmung hat weitere Folgen für das Leben der Menschen und der nicht-menschlichen Welt. 

Hans Haake ist Senior Researcher am Wuppertal Institut und beschäftigt sich dort unter anderem mit Fragen der Regionalentwicklung, nachhaltiger Wirtschaftsförderung und dem Aufbau Resilienz. Gemeinsam mit weiteren Autoren hat er für den Club of Rome in „Earth4All Deutschland“ eine Vision entworfen, wie wir im Zusammenspiel mehrerer großer Wenden durchaus in der Lage wären, eine nachhaltige Zukunft zu erreichen. Wenn wir denn wollen.

Für den geistlichen Impuls am Ende sorgt Kirchenrätin Pfarrerin Frauke Laaser, Dezernentin für außereuropäische Ökumene, Mission und kirchlichen Entwicklungsdienst der Evangelischen Kirche im Rheinland.

Veranstaltung am 17.09.2026
Kategorie Workshop, Typ: virtuell, Veranstaltungsort:

Zoom: Link folgt nach Anmeldung.

Titel (autoritäre) Angriffe auf die Demokratie
Beschränkungen Bis zu 40 Teilnehmende
Kategorie Workshop
Typ virtuell
Veranstaltungsort

Zoom: Link folgt nach Anmeldung.

Details

Friedensfragen sind Machtfragen. In einer Demokratie geht die Macht vom Volk aus, das für einen begrenzten Zeitraum Vertreter*innen für Regierungsaufgaben wählt. 1933 wurde in Deutschland mit dem sog. Ermächtigungsgesetz das Parlament ausgeschaltet und eine Diktatur eingerichtet. Somit wurde die Demokratie durch die Volksvertreter selber beendet. Wie sehen Angriffe auf die Demokratie heute aus? Kommen sie von außen oder eher von innen? Was ist überhaupt darunter zu verstehen? Woran ist zu merken, dass die Demokratie angegriffen wird? Was muss man auch noch zu diesem Thema wissen? Wie kann die Demokratie unterstützt werden?

Mit diesen Fragen ist Prof. Dr. David M. Elcott vertraut. Er lehrte von 2008-2022 an der Wagner School for Public Service and Leadership der New York University und verfasste u.a. “Faith, nationalism and the future of liberal democracy” (2021). Seit 2022 ist er an der Columbia University in New York tätig, seit 2025 an deren Center for Justice. Das Zentrum konzentriert sich auf die Reform der Strafjustiz und unterstützt durch Grundsatzpapiere, Bildungsprogramme sowie Lobbyarbeit Gesetze, die auf die Resozialisierung von Inhaftierten abzielen. Prof. Elcott deckt er das gesamte Aufgabenspektrum des Zentrums ab und unterrichtet zugleich inhaftierte Männer, die in der Justizvollzugsanstalt Green Haven einen Bachelor-Abschluss (BS) anstreben. Dazu gehört auch die Erstellung von Materialsammlungen zu verschiedenen Themen, da die Inhaftierten keinen Zugang zum Internet haben.

Den Abend beendet Oberkirchenrat Dr. Martin Engels mit einem geistlichen Impuls. Er ist Beauftragter der evangelischen Kirchen bei der Landesregierung in Nordrhein-Westfalen.

Veranstaltung am 22.09.2026
Kategorie Workshop, Typ: virtuell, Veranstaltungsort:

Zoom: Link folgt nach Anmeldung.

Titel Digitale Desinformation. Was kann ich noch glauben?
Beschränkungen Bis zu 40 Teilnehmende
Kategorie Workshop
Typ virtuell
Veranstaltungsort

Zoom: Link folgt nach Anmeldung.

Details

Digitale Desinformation ist ein zentrales Problem des 21. Jahrhunderts und kann Unfrieden schüren. Es geht dabei nicht darum, dass hin und wieder Fehler passieren, sondern dass Ereignisse erfunden werden, um politische oder wirtschaftliche Ziele zu verfolgen. Fakten werden bewusst aus dem Kontext gerissen oder in einen falschen Zusammenhang gestellt, um eine manipulative Botschaft zu vermitteln. Einseitige oder falsche Informationen erzeugen verzerrte Weltbilder. Desinformation wird gezielt genutzt, um Hass zu verbreiten, eine Gesellschaft zu spalten oder wirtschaftliche Interessen zu verfolgen. Gleichzeitig wird die Welt immer digitaler.

Auch dieses Webinar folgt dem Ablauf: „Digitale Desinformation“ – was ist das? Woran merke ich, dass das passiert? Was muss ich noch dazu wissen? Und wie kann ich damit umgehen? Wie kann ich zu einer eigenen Meinung kommen, wenn ich in Gefahr stehe, durch das, was ich an Informationen finde, manipuliert oder wenigstens verunsichert zu werden?

Maik Fielitz ist Bereichsleiter für digitale Konfliktforschung am Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft in Jena. Er forscht zur Transformation des Rechtsextremismus im digitalen Zeitalter, zur Rolle von Desinformation und und digitalen Plattformen in liberalen Demokratien. Er ist Mitherausgeber des Online-Magazins Machine Against the Rage.

Für den geistlichen Impuls zeichnet Kirchenrat Pfarrer Dipl.-Inform. Ralf Peter Reimann verantwortlich. Er ist Internetbeauftragter der Ev. Kirche im Rheinland und engagiert sich als Geschäftsführer der World Association of Christian Communication (European Region).

Veranstaltung am 28.09.2026
Kategorie Workshop, Typ: virtuell, Veranstaltungsort:

Zoom: Link folgt nach Anmeldung.

Titel Zivile Konfliktbearbeitung
Beschränkungen Bis zu 40 Teilnehmende
Kategorie Workshop
Typ virtuell
Veranstaltungsort

Zoom: Link folgt nach Anmeldung.

Details

Konflikte sind Teil unseres Lebens. Von Kindheit an üben wir, damit umzugehen: mal konstruktiv, mal destruktiv, mal mutig, mal zurückhaltend. Manchmal suchen wir machtvolle Dritte, die helfen sollen. Manchmal drohen wir selbst mit Gewalt. Häufig werden Konflikte als Belastung von Gemeinschaft erlebt. Selbst wenn die Sachfrage gelöst oder ein Urteil gesprochen ist, bleibt die Versöhnung aus. Dabei sind alle Menschen zur gewaltfreien Konfliktbearbeitung fähig. Sie können eine Haltung der Gewaltfreiheit entwickeln und Kompetenzen in ziviler Konfliktbearbeitung erwerben. Das Arbeitsfeld ziviler Konfliktbearbeitung stellt von der Konfliktanalyse über die Wahl der Interventions-Methoden bis zur Heilung nach Gewalt ein breites Repertoire zur Verfügung. Es hat sich weltweit in großen und kleinen Konfliktsituationen bewährt. Was also ist zivile Konfliktbearbeitung und welche Hoffnungen verbinden sich damit in unseren Zeiten?

Dr. Anthea Bethge ist seit 2025 Leiterin des Mennonitischen Friedenzentrums in Berlin und war zuvor (2012-2024) Geschäftsführerin von EIRENE e.V.. Sie ist Friedensfachberaterin mit langjähriger internationaler Erfahrung.

Mit einem geistlichen Impuls beschließt Maria Schiffels, Friedensbeauftragte der Evangelisch-lutherischen Kirche in Sachsen, den Abend.

Veranstaltung am 29.09.2026
Kategorie Workshop, Typ: virtuell, Veranstaltungsort:

Zoom: Link folgt nach Anmeldung

Titel Hybride Bedrohungen/Aktivitäten/Kriegsführung – wann ist Krieg eigentlich Krieg im 21. Jahrhundert?
Beschränkungen Bis zu 40 Teilnehmende
Kategorie Workshop
Typ virtuell
Veranstaltungsort

Zoom: Link folgt nach Anmeldung

Details

Wenn im Fernsehen Videos mit Rauchsäulen, Explosionsgeräuschen und Menschen in Militäruniform gezeigt werden, ist meistens klar, dass es um gewaltsame Auseinandersetzungen oder sogar um Krieg geht. Aber wann fängt Krieg an? Was ist „hybride Kriegsführung“? Woran kann die Zivilgesellschaft merken, dass „hybride Kriegsführung“ passiert? Was sollte man dazu noch wissen? Wie soll man sich als Bürger*in verhalten? Und wie können wir die Hoffnung auf Frieden stark machen?

Oberst i.G. Sönke Marahrens forscht seit längerem zu hybriden Bedrohungen am Institut für Sicherheitspolitik der Universität Kiel. Er ist Abteilungsleiter im Zentrum Digitalisierung der Bundeswehr und Fähigkeitsentwicklung CIR.

Für den geistlichen Impuls angefragt ist Militärdekan Martin Söffing. Er arbeitet in der Militärseelsorge am Bundeswehrstandort in Bonn.

Allgemeine Geschäftsbedingungen

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